Fragen zum Feuerlauf

FAQs Was Wieso Warum
Für Menschen, die sich informieren möchten, haben wir hier Antworten auf regelmäßig gestellte Fragen rund um den Feuerlauf beantwortet. Die Antworten entspringen unseren eigenen Erfahrungen, eigenen Tests und Versuchen sowie Teilnehmer- und Zeugenbefragungen.
Wozu ist der Feuerlauf gut, wofür braucht man das?
Ist Feuerlaufen nicht so ein modernes Motivationszeug?
Wird man da nicht irgendwie manipuliert?
Da gibt es doch sicher einen Trick beim Feuerlauf?!
Gibt es ein Risiko, kann man sich überhaupt verbrennen?
Mann kann doch sicher auch ohne Vorbereitung gehen?
Was wird in der Vorbereitung gemacht?
Welche Temperatur hat die Glut bei einem Feuerlauf?
Ich kann meinen Kopf nicht “ausschalten”. Kann ich dann trotzdem gehen?
Können auch Kinder bei einem Feuerlauf mitmachen?
“Technische Daten” des Feuerlauf

Wozu ist der Feuerlauf gut, wofür braucht man das?
Feuerlaufen heißt, barfuß über heiße Glut zu laufen. Jeder Teilnehmer hat seine eigene Motivation. Der Eine sucht einfach nur Spaß, den Kick, das Ungewöhnliche. Andere wollen ihr Selbstbewusstsein, das Vetrauen in die eigene innere Kraft stärken. Wieder Andere gehen über die Glut, um etwas hinter sich zu lassen. Manche lassen sich einfach überraschen. Für alle Feuerläufer ist es aber ein unvergessliches Erlebnis von Vertrauen, Respekt und Erhabenheit.
Es gibt in der Tat Teilnehmer, die auch nach Monaten noch von solchen Erfahrungen sprechen und dauerhaft positive Veränderungen in ihrem Leben beobachten. Für solche Menschen freuen wir uns natürlich besonders!
Auf manchen Seiten im Internet wird von Bewusstseinserweiterung und spiritueller Erfahrung etc. gesprochen. Das überlassen wir jedem Feuerläufer selber. In jedem Fall erlebt der Feuerläufer, dass Gedanken Kräfte sind, die körperlich wirksam werden können. Die Kraft der Gedanken kann gezielt eingesetzt werden.

Ist Feuerlaufen nicht so ein modernes Motivationszeug?

Feuerlaufen an sich hat eine lange Tradition. Verschiedene Kulturen auf allen Kontinenten kennen das Feuerlaufen oder Ähnliches, teils seit etlichen hundert oder tausend Jahren.
Tatsächlich wurde das Feuerlaufen in Firmen-Trainings oder anderen Veranstaltungen benutzt, um zum Beispiel Mitarbeiter zu motivieren und ist dadurch stellenweise in diese Motivations-Ecke gestellt worden.
Dafür kann der Feuerlauf an sich natürlich nichts. Wir halten grundsätzlich wenig davon, jemanden zu “überzeugen” oder über die Glut zu motivieren. Auch gibt es nichts zu “beweisen”.
Ich achte auf meinen Feuerläufen ganz besonders darauf, dass der Feuerläufer in eigener Entscheidung geht, im Vertrauen auf sich selbst – und nicht in Abhängigkeit von Anderen – jenseits einer vermeindlichen Grenze wunderbare und ergreifende Erfahrungen machen kann.

Da gibt es doch sicher einen Trick beim Feuerlauf?!

Einen Trick im Sinne eines Zaubertricks oder einer Manipulation wird auf meinen Feuerläufen nicht benutzt. Die Teilnehmer gehen bei klarem Verstand barfüßig über glühende Holzkohle.
Es wird aber gerne verschiedentlich über physikalische Erklärungsversuche philosophiert. Verschiedene Theorien sind in der Praxis aus meiner Sicht nicht haltbar:
Schnell Laufen: Wir haben im Internet eine Seite gefunden, nach der angeblich das Max-Planck-Institut in München eine Messung gemacht haben soll. Demnach gehen die Teilnehmer so schnell über die Glut, daß der Kontakt mit der Glut so kurz ist, dass keine Verbrennung entstehen kann (etwa wie wenn man mit dem Finger durch die Flamme eines Feuerzeuges schnippt).
Mag sein. Ich habe bei einem Feuerlauf das Feuerstehen ausprobiert. Ich bin auf die Glut getreten und bin einfach stehen geblieben, ca. 15 Sekunden. Keine Verbrennung.
Schweißfußtheorie: Der verdunstende Schweiß soll den Fuß vor Verbrennung schützen (Leidefrost-Effekt), etwa wie bei einem Wassertropfen auf der Herdplatte. Angenommen, der Teilnehmer hat 80 kg Körpergewicht, der Feuerlauf ist 10 oder sogar 50 Meter lang. Der Teilnehmer macht etliche Schritte, in aller Ruhe, und übt einen deutlichen Druck auf den Untergrund aus, sodass der schützende Luftspalt nicht etnstehen kann. Das vorhandene Wasser ist aber ein guter Wärmeleiter und es kommt viel schneller zu Verbrühungen als mit trockenen Füßen.
Hornhaut soll vor Verbrennungen schützen. Sicher ist der Bereich des Fußes, der durch Hornhaut geschützt ist, unempfindlicher als andere Bereiche des Fußes, z.B. zwischen den Zehen. Allerdings: auch Hornhaut ist Haut und wir sprechen von hohen Temperaturen (>150 bis 500 Grad Celsius). Hornhaut schützt zwar eher vor Schmerzempfindung, aber nicht vor Verbrennungen. Bei meinen persönlichen Selbsttests habe ich mir durchaus auch im Bereich der Hornhaut Blessuren zugezogen.

Es gibt eine Menge weiterer Theorien, die wir in unseren Feuerläufen nicht nachvollziehen konnten. Für mich ist letztlich folgende Erklärung die beste: Gedanken sind Kräfte. Wenn ich mich konzentriere und diese Kräfte bündele, kann diese Gedankenkraft körperlich wirksam werden. Dabei wird nicht nur der möglicher Schmerz unterdrückt, sondern es bleiben auch körperliche Schutzreaktionen wie Blasenbildung etc. aus).

Gibt es ein Risiko, kann man sich überhaupt verbrennen?
Ja. Es ist heiße Glut, natürlich kann man sich verbrennen, was uns auch in eigenen Test auch passiert ist. Für die Teilnehmer eines Feuerlaufs besteht allerdings ein sehr reduziertes Risiko. Hautrötungen, Kribbeln oder kleine, Stecknadelkopf große Bläschen sind durchaus möglich. Dies aber wurde nach dem subjektiven Empfinden der Teilnehmer nicht als schmerzhaft oder “schlimm” empfunden wurde. Auch ich selber habe mir schon mal eine Blase geholt in einem Moment, in dem ich nicht voll konzentriert war.
Meist haben die Teilnehmer auch erst etwas bemerkt, als sie sich ihre Socken wieder angezogen oder im Seminarraum ihre Füße angesehen haben. Ich bin mir also meiner Sache so sicher, dass ich auch Kinder ab 10 Jahren zum Lauf zulasse.
Erwähnenswert finde ich, dass sich die Teilnehmer, wenn sie sich eine Blase geholt haben, diese erst nach dem zweiten oder dritten Gang eingefangen haben. Vermutlich, weil dann die Konzentration nach lässt und der subjektive Eindruck entsteht, dass die Glut doch nicht so gefährlich ist. Durch diese Nachlässigkeit fehlt die notwendige Konzentration, und das Risiko steigt.

Man kann doch sicher auch ohne Vorbereitung gehen?

Tatsächlich lässt sich der Glutteppich, über den die Teilnehmer gehen, in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden herstellen. Man kann einen Glutteppich so gestalten, dass er problemlos ohne jede Vorbereitung von jedem betreten werden kann. Oder so, dass sich jeder verbrennen wird, ganz gleich, wie er sich vorbereitet. Die Antwort lautet also: ja und nein.
Unsere Empfehlung daher: Finger bzw. Füße weg vom Spiel mit dem Feuer und arglosen Selbstversuchen.
Im Internet kursiert eine Untersuchung des Max-Plank-Institutes in München, nach der bei einem Feuerlauf nicht mit Verbrennungen zu rechnen ist, da beim Gehen der Fuß zu kurz dafür die Glut berührt. Auf unsere Nachfrage beim Max-Plank-Institutes hin war dort eine solche Untersuchung nicht bekannt. Auch an anderen Stellen wird die Behauptung aufgestellt, eine besondere Vorbereitung sei für den Gang über die Glut sei nicht notwendig. Als Beweis wird ein (in der Regel schlecht dokumentierter) Selbstversuch angeführt.
Es gibt auch Dokumentationen und Presseberichte darüber, dass sich ganze Gruppen von Feuerläufern derart verbrannt haben, dass der Krankenwagen die Teilnehmer in ein Krankenhaus fahren musste. Wir haben auch mit Augenzeugen gesprochen, die uns bestätigt haben, dass unter der Anleitung eines sehr bekannten und populären Erfolgs-Trainers die Teilnehmer ernsthafte Verbrennungen davon getragen haben, die der ärztlichen Versorgung bedurft haben.
Es beginnt mit der Länge des Teppichs, der zwischen wenigen Metern bis zu 30 oder 50 Metern lang sein kann (der derzeitige offizielle Guinness-Rekord (2008) liegt bei 100 Metern). Ferner hat das verwendete Holz einen großen Einfluss auf die Energiemenge, die ein Glutteppich abstrahlt. Buche und Eiche, sog. Harthölzer, haben einen höheren Brennwert als Weichholz, z. B. Fichte. Darüber hinaus ist einfach die Menge der Glut entscheidend, sowie der Grad der Verglimmung, den die Glut erreicht hat.
Das muss ein Feuerlauftrainer abschätzen können, um die Teilnehmer nicht in Gefahr zu bringen. Ein Infrarot-Thermometer hilft dabei nicht, da nicht die Temperatur, sondern die Energiedichte der Glut entscheidend ist, was sich mit einem Thermometer nicht messen lässt. Es gehört einfach Erfahrung dazu, und ein waches Auge auf die Teilnehmer, was deren Fähigkeiten betrifft.

Was wird in der Vorbereitung gemacht?
Die Vorbereitung besteht aus aufeinander aufbauenden Übungen wie Entspannungsübungen, Visualisierungen, Alphatraining bzw. Mentaltrainings etc. Über diesen Weg werden mentale Ressourcen und Energien aktiviert, die körperlich wirksam werden.
Je nach Trainer und Seminar fällt die Vorbereitung offensichtlich sehr unterschiedlich aus: Ein Teilnehmer berichtete, auf einem Seminar wären die Teilnehmer ohne besondere Vorbereitung zum Glutteppich geführt worden. Neben den Teilnehmern sei dann der Trainer laut schreiend „Du kannst es! Du schaffst es!“ nebenher gelaufen, während die Teilnehmer ihren Blick in den Himmel richten und laut „kühles Moos“ rufen sollten. Zuvor habe der Trainer die Teilnehmer in Tschakkah-Manier eingeheizt.
In einem anderen Fall berichtete ein Teilnehmer, mit den anderen Teilnehmern zusammen in einem Zelt gesessen zu haben, wo ein „Indianer“ halb laut Gebete und Lieder gemurmelt habe. Mit Räucherwerk und Adlerfeder wurden die Teilnehmer vom Indianer gesegnet. Nach etwa 2h ging es dann über die Glut. Beides hat offensichtlich funktioniert. Der Nachteil dieser Methoden ist, dass sie für die Teilnehmer kaum nachvollziehbar und wenig reproduzierbar ist: Wie soll man das auf den eigenen Arbeitsalltag übertragen?

Wird man da nicht irgendwie manipuliert?
Nein. Wir möchten die freie und unabhängige Entscheidung jedes einzelnen Feuerläufers. Sie müssen nichts unterschreiben, treten keiner Sekte bei. Es gibt auch kein Kleingedrucktes und keine Risikofreistellung. Wir behalten uns aber vor, nach eigenem Ermessen einzelnen Teilnehmern den Gang zu verwehren. Alkoholisierte Teilnehmer oder Drogenkonsumenten sind grundsätzlich sind vom Feuerlauf ausgeschlossen.
Wir möchten die freie und unabhängige Entscheidung jedes einzelnen Feuerläufers. Daher achten wir auch darauf, dass niemand sich unter Druck oder Rechtfertigungszwang gesetzt fühlt, entweder durch uns oder andere Teilnehmer.
Sie können Ihr Leben nach dem Feuerlauf weiterleben wie bisher. Wir haben aber noch keinen Teilnehmer erlebt, der über die Glut geht, nur um nachher so weiter zu machen wie vorher. Die Feuerläufer sind daran interessiert, die Erfahrung, die sie auf dem Feuerlauf machen, mit in Ihren Altag nehmen zu können.

Wie hoch ist die Temperatur der Glut bei einem Feuerlauf?
Wir haben auf unseren Feuerläufen mit einem Laser-Thermometer zwischen 200 und 500 Grad Celsius in der Glut gemessen. Zum Vergleich: heißer Asphalt im Sommer auf der Straße hat ca. 65-85 Grad Celsius, Wasser kocht bei 100 Grad Celsius, eine heiße Herdplatte zum Nudeln kochen hat ca. 350 bis 550 Grad Celsius. Die genaue Temperaturverteilung beim Feuerlauf ist sehr ungleichmäßig und hängt von verschiedenen Faktoren ab: Holzbeschaffenheit, Größe des Gluthaufens, Wind und Wetter, Untergrundbeschaffenheit, Grad der Verglimmung der Kohle etc., wobei gerade erloschene Kohle immer noch über 150 Grad Celsius hat, aber auch rasch auskühlt.

Ich kann meinen Kopf nicht “ausschalten”. Kann ich dann trotzdem gehen?

Ja. Es ist nicht notwendig, den Kopf “auszuschalten”, wir wollen das auch gar nicht. Sie sollen sich bewusst mit dem auseinander setzen, was passiert. Wichtiger ist es, sich mit einer positiven Einstellung auf den Prozess der Vorbereitung einzulassen.

Können Kinder auch mitmachen?
Kinder sind gerne willkommen, Kinder ab 10 Jahre können auch über die Glut gehen. Die Vorbereitung auf den Feuerlauf ist abwechslungsreich und mit ausreichend Pausen versehen. Unsere Erfahrung ist, dass Kinder überaus konzentriert bei der Vorbereitung dabei sind. Für Eltern ist es ein besonderes Ereignis, wenn die Knirpse über sich hinaus wachsen, und auch die Kinder erleben ihre Eltern neu.

“Technische Daten” des Feuerlauf

Als Brennholz benutzen wir zur Hälfte Buchenholz und zur Hälfte Fichte. Das Holz brennt herunter, bis nur noch Glut übrig ist. Die Glut wird zu einer Bahn ausgebreitet, die ca. 5 bis 7 Meter lang ist und ca. 1,5 Meter breit (wir laufen also nicht durch offene Flammen, auch wenn es Feuerlauf heißt). Es gibt auch Feuerläufe, bei denen mehr Holz verbrannt wird und eine Bahn von bis zu 50 Metern entsteht.

Das Buchenholz verbrennt aufgrund seiner Beschaffenheit bei einer höheren Temperatur als das Fichtenholz. Je nach Untergrund hat der Teppich im Schnitt etwa 500 bis 700 Grad. Als Untergrund kommt für uns eine Wiese, ein stillgelegter Acker oder Ähnliches in Frage. Asphaltflächen oder gepflasterte Flächen sind ungeeignet.

Nach der Vorbereitung können die Teilnehmer so oft über die Glut gehen, wie es ihnen Recht ist. Wir hatten Teilnehmer, denen einmal reicht, andere, die bis zu zehnmal gegangen sind.